WBW RWTH – Aachen

Wettbewerb

Neubau Institutsgebäude für Energieforschung der RWTH – Aachen

Auslober/ Bauherr:  Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Aachen
Realisierung:          2006
Verfahren:              Wettbewerb
Auszeichnung:        2. Preis

Städtebauliche Einbindung: Der Neubau des Institutsgebäudes für Energieforschung ist als eigenständiger Solitärbaukörper konzipiert. Er kontrastiert in Formensprache und Höhenentwicklung mit der umgebenden Bebauung und mit dem angrenzenden Heizkraftwerk. Die attraktive Fuß- und Radwege-Erschließung wird in parkähnlicher Umgebung nordwestlich am Gebäude vorbei geführt. Unabhängig davon kann der Parkparkplatz mit 60 PKW-Stellplätzen über die Zufahrt zum Heizkraftwerk erreicht werden. Beide Erschließungssysteme kreuzen sich im Eingangsbereich des Gebäudes und bilden dort einen angemessenen Vorplatz.

Gebäudekonzept: Die Staffelung der Baumasse orientiert sich am natürlichen Geländeverlauf. Leitgedanke für das Gebäudekonzept ist das Zusammenfassen aller Nutzungsbereiche zu einem kompakten Baukörper mit kurzen internen Erschließungswegen. Auf diese Weise kann eine große Offenheit zwischen allen Nutzungen erreicht werden. Wissenschaftliche Forschung, theoretische Wissensvermittlung und die angegliederten Institutsbereiche bilden gemeinsam einen hoch effizienten Organismus. Die übersichtliche innere Erschließung setzt auf gute Orientierbarkeit. Alternativ zu den geforderten Einzelbüros wird eine offene „Forschungslandschaft“ in den Institutsbereichen vorgeschlagen, die die notwendige Kommunikation für den akademischen Wissensaustausch fördert (Sprinkler statt Trennwände). Traditionelle Bürokonzepte behindern nachweislich diesen Wissenstransfer. Offene, die Kommunikation fördernde Bürozonen wechseln mit Denkzellen, die als Konzentrationsinseln dienen.

Ökologie: Selbstredend verfügt die Gebäudehülle über einen optimierten Dämmstandard. Eine Betonkernaktivierung ermöglicht die Beheizung bzw. Kühlung aus regenerativen Energiequellen. Die Zweite-Haut-Fassade im Südosten wird neben der Schallschutzwirkung konsequent in das gebäudeklimatische Konzept eingebunden. Der klimatische Puffer erwärmt im Winter die nachströmende Raumluft. Im Sommer wird über geöffnete Klappen der Fassadenzwischenraum mit Frischluft durchspült (Kamineffekt). Sonnenschutz und Fensterlüftung können so wettergeschützt ohne Einschränkung erfolgen. Der abgestaffelte Luftraum entlang der Erschließungsflure bringt das Tageslicht aus den Dachoberlichtern tief in das Gebäudeinnere. Die Technikflächen sind so positioniert, dass auf kurzem Wege die Laborflächen und die Seminarraume lüftungstechnisch angefahren werden können. Energetisch optimierte Luft-Erdreich-Wärmetauscher können hierfür unterstützend eingesetzt werden. Moderne Anlagentechnik zusammen mit dem benachbarten Blockheizkraftwerk versorgt das Gebäude sehr umweltschonend.

WBW RWTH - AachenAnja Kilian