WBW Planungsgutachten Wilhelmshütte

Wettbewerb

Wilhelmshütte in Bad Schussenried

Auslober/ Bauherr:  Stadt Bad Schussenried
Realisierung:          2009
Verfahren:              Planungsgutachten
Auszeichnung:       1. Preis

Städtebauliche Situation: Die ausgedehnte, erforderliche Baumasse wird auf das zulässige Baufeld konzentriert. Die Geometrie der Neubauten orientiert sich an den Sichtlinien auf das Kloster. Die Baukörper werden mit horizontal und vertikal „gebrochene Kanten“ im Maßstab gegliedert. Die frei formbare Dachlandschaft fasst die Gebäude mit ortstypischer Tiefe ein. Der Innenbereich der Dächer wird begrünt. Die Baumasse wird der Stadt zugeordnet, das Kloster bleibt dominanter Solitär. Die Freiflächen zwischen Kloster und Einkaufszentrum bleiben im nördlichen Teil offene Grünfläche und im südlichen Teil als tiefer liegende Stellplätze. Die Klostermauer als räumlich ausgebaute, nutzbare Wand. Sie ist Maßstabsbildner für die Höhe der Neubauten.

Verkehrssystem: Die Hauptzufahrt für Kunden des Einkaufszentrums liegt süd-westlich der Klostermauer. Alle Zugänge zu den Läden sind am zentralen, überdachten Platz angeordnet. Hier mündet ein Fuß- und Radwegenetz, das das Einkaufszentrum mit der Innenstadt und der Umgebung verbindet. Die Warenerschließung erfolgt für die Läden mit hohem Umschlag von der Achse entlang der Bahnlinie aus. Die beiden anderen Bereiche werden seitlich des Parkplatzes beliefert.

Einkaufen: Die modellierbare Dachlandschaft ermöglicht den individuellen Ausbau der Verkaufsräume, differenzierte Höhenentwicklung, Tageslichtmöglichkeiten, atmosphärische Differenzierung. Warenverkehr und Kundenwege werden konsequent getrennt. Ein Café in der Klostermauer ergänzt die Aufenthaltsqualität am ruhigeren Rand der Gesamtanlage. Kurze, kundenfreundliche Verbindungen zwischen den Läden über den zentralen, verkehrsgeschützten Platz werden ermöglicht.

Materialien und Fassaden: Ziegelmauern sind bereits Thema im Klosterareal. Die Gebäude werden mit dunklen Sichtziegelwänden zum Klosterareal abgegrenzt und mit dem Boden und der Vegetation verbunden. Flache, geknickte Falzdächer gehen auf Distanz zu den großen Ziegelflächen des Klosters. Sie falten sich als Fassade an der Biberacher Straße und zur Schussen.

WBW Planungsgutachten WilhelmshütteAnja Kilian