WBW Haus der Begegnung Heidelberg

Wettbewerb

Haus der Begegnung der kath. Kirche in Heidelberg

Auslober/ Bauherr: Erzbischöfliches Bauamt Heidelberg
Realisierung:         2008
Verfahren:             Wettbewerb

Städtebauliche Einbindung/ Denkmalpflegerische Aspekte: Ausgangspunkt der Neukonzeption für das Haus der Begegnung ist die Neugestaltung des Richard-Hauser-Platzes. Vor der freistehenden Brandwand am Ende der Heugasse wird ein schmaler Baukörper vorgeschlagen, der den Platzrand mit einer ruhigen 3-geschossigen Fassade abschließt. Im Erdegeschoss wird die Straßenflucht der Merianstraße eingehalten, im Obergeschoß schwenkt die Gebäudegeometrie auf die Richtung des gegenüber liegenden Kirchenportals ein. Sichtachsen und Platzgeometrie entsprechen damit den städtebaulichen Vorgaben. Das denkmalgeschützte Bestandsgebäude wird entkernt und auf seine historische Substanz zurückgebaut. Die fehlende Baumasse wird durch einen westlichen Foyeranbau in moderner Formensprache ergänzt. Damit stehen sich an der nordwestlichen Platzecke zwei eigenständig gestaltete Baukörper gegenüber. Die barocke Gebäudeerscheinung des Altbaus kontrastiert mit der modernen Formensprache der Ergänzungsbaukörper.

Innere Organisation/ Nutzungsverteilung: Der neue Haupteingang mit Foyer und direktem Saalzugang liegt direkt in der nordwestliche Platzecke gegenüber der Jesuitenkirche. Das zentrale Foyer ist 2-geschossig mit Galerie und offener Treppe konzipiert. Auf diese Weise kann der Kleine Saal im Obergeschoß und der Galeriebereich des Großen Saals räumlich optimal an das Foyer angebunden werden.
Die Citypastoral ist einerseits direkt vom Richard-Hauser-Platz zu erreichen, andererseits ist sie aber auch an das Foyer mit Café-Nutzung angebunden. Transparenz und Offenheit, aber auch die Kommunikation mit der Bevölkerung wird durch das vorgeschlagene Straßencafé unterstützt. Die Beratungsstellen, Verwaltungsbereiche und sonstige Nutzungen liegen im Altbau. Die Forderung von diskreten Zugängen zu den Beratungsangeboten wurde durch Lage und Ausgestaltung berücksichtigt. Der Nebeneingang im Bereich des Altbaus erfährt durch einen internen Skulpturenhof eine Aufwertung. Aus Platzgründen wurde die Küche im Untergeschoss untergebracht. Die Versorgung der beiden Saalebenen und des Cafés erfolgt durch einen Kleingüteraufzug.

Gebäudegestaltung/ Materialkonzept: Der Neubau wird als Stahlbetonkonstruktion in die denkmalgeschützten Umfassungswände eingefügt. Deckenanschlüsse und Haupttreppe bleiben hier weitestgehend erhalten. Nur der Saalboden wird auf Straßenniveau abgesenkt. Der Große Saal reicht nicht direkt an die Außenfassade. Vielmehr soll eine künstlerisch gestaltete innere Fassade das Licht aus den hoch liegenden Außenfenstern filtern und in den Saal lenken. Die Sichtbeziehung nach draußen erfolgt zusätzlich über das Foyer. Der nördliche Baukörper mit Kleinem Saal und Hausmeisterwohnung erhält eine sehr ruhige, mit gleichmäßigen Öffnungen versehene, rötlich eingefärbte Sichtbeton-Fassade. Die Citypastoral sowie der westliche Ergänzungsbaukörper mit Foyer und Bildungswerk sind im Gegensatz dazu mit einer überwiegend gläsernen Fassadenkonstruktion gestaltet. Hier ist die Interaktion von Innen und Außen bewusst inszeniert. Grundsätzlich wird eine moderne, auf wenige Materialien reduzierte Architektursprache der historischen Bausubstanz entgegengesetzt.

WBW Haus der Begegnung HeidelbergAnja Kilian