Gutachten Verwaltungsgebäude

Gutachten

Neubau Verwaltungsgebäude Wilhelm-Blos-Straße in Stuttgart

Auslober/ Bauherr:  Bau- und Heimstättenverein Stuttgart
Realisierung:          2010
Verfahren:              Mehrfachbeauftragung, Gutachterverfahren

Der neue Baukörper schließt wie der Bestandsbaukörper die Lücke zwischen den beiden angrenzenden Wohnhäusern. Damit wird vermieden, dass die beiden Wohnhäuser als Rest- „Torso“ verbleiben. Der neue Baukörper schließt nicht massiv an, sondern ist durch eine Fuge in der die Fluchttreppenhäuser liegen getrennt. Den Übergang bildet ein offener Schirm (Außenraum) hinter dem die Treppen liegen. Das neue Verwaltungshaus wird durch einen gestaffelten Baukörper gebildet. Die Differenzierung im Baukörper schafft die Anpassung an die Korngröße der Umgebungsbebauung.

Organisation: Das Entree ins neue Verwaltungshaus auf Straßenniveau war uns wichtig. Deshalb haben wir hinter der begrenzenden Mauer, auf der alle Häuser wie auf einem Tablett stehen, einen kleinen Vorhof gebildet. Der Eingang ist von der Straße aus gut auszumachen und der Vorhof bildet nach der öffentlichen Straßenzone die halböffentliche Vorzone über den man dann das Haus betritt. Wir haben die bestehende Treppe auf die Mauer behalten und an deren Antritt den Zugang geschaffen. Im Erdgeschoss liegen der Empfang-und Wartebereich, sowie die eingeschossige Tiefgarage. Uns war wichtig, die Tiefgarage auf einem Geschoss unterzubringen, was uns mit einer kleinen Zahl an Doppelparkern gelungen ist. Über eine repräsentative Treppe und den behindertengerechten Aufzug erreicht man die Büroebenen in den darüber liegenden Geschossen. Das oberste Geschoss beherbergt den Sitzungssaal und die Registratur. Die verteilende Mittelzone ist großzügig erweitert und bildet einen Kommunikation Treffpunkt. In den Sitzungsbereichen des Daches gibt es Dacheinschnitte die eine Terrasse vor den Bereichen ermöglicht. Im Pendant zum Vorhof gibt es auf der Hangseite eine intime Terrasse, die als Freibereich für die Mitarbeiter ins Grüne einlädt.

Material: Das vorherrschende Material im Gebiet der Wilhelm-Blos-Straße sind die Travertin Mauern und Häuser. In unmittelbarer Nachbarschaft sind die Häuser verputzt. Braune bis rötliche Dachdeckungen, sowie Holzklappläden prägen das Gebiet. Die Häuser haben Gaubenaufbauten, Vor- und Rücksprünge, Nebengiebel und Erker.

Die Umgebung hat uns bewogen den Baukörper ähnlich zu differenzieren und zu staffeln, einzuschneiden und mit Vor- und Rücksprüngen zu versehen.
Als Fassadenverkleidung stellen wir uns eine Ziegelfassade vor, die leicht verputzt oder geschlemmt ist. Die Oberfläche erhält dadurch eine leichte Struktur in Anlehnung an die Natursteinumgebung und ordnet sich doch in die verputzte homogene Nachbarschaft ein. Die zwischen den Baukörpern liegenden verglasten Fassadenelemente haben eine Holzstruktur und schaffen den Dialog zu den Holzläden der Umgebungsbebauung.

Gutachten VerwaltungsgebäudeAnja Kilian